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«Ich betrachte Herausforderungen heute viel analytischer.»

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Erfahrungsbericht aus der Weiterbildung zum Produktionsleiter

Wie entwickelt sich der Blick auf Führung, Prozesse und unternehmerische Zusammenhänge durch die Weiterbildung Produktionsleiter/in Industrie HFP? Christian Rüegger Bildungsverantwortlicher Mechanik bei Franke erzählt im Interview, wie ihn der Lehrgang dabei unterstützt hat, seine Lehrlingswerkstatt nicht nur pädagogisch, sondern auch organisatorisch, wirtschaftlich und strategisch weiterzuentwickeln. Er berichtet, weshalb sich seine Denkweise verändert hat und wie dieses neue Verständnis seinen Führungsalltag nachhaltig prägt.

Wo standest du beruflich und persönlich, bevor du die Weiterbildung zum Produktionsleiter begonnen hast? 

Als ich den Lehrgang zum Produktionsleiter begonnen habe, lag mein Fokus ganz klar auf der Ausbildung von Lernenden. Produktive Aufträge gehörten zwar zu meinem Arbeitsalltag, standen aber eher im Hintergrund. Meine unternehmerische und industrielle Denkweise war damals noch weniger ausgeprägt.

Persönlich kannte ich die Industrie aus meiner vorherigen Tätigkeit als Polymechaniker sowie aus meiner Rolle als Berufsbildner. Mir fehlte jedoch das Gesamtverständnis dafür, wie alle Bereiche eines Unternehmens zusammenwirken und welche Faktoren für eine erfolgreiche Produktion entscheidend sind.

Was hat dich damals dazu bewogen, diese Weiterbildung zu besuchen, und welche Erwartungen hattest du an dich selbst? 

Viele verbinden eine Lehrlingswerkstatt in erster Linie mit Ausbildung und Pädagogik. Unsere Lehrlingswerkstatt bei Franke funktioniert jedoch wie ein eigenständiger Produktionsbereich innerhalb eines internationalen Konzerns. Unsere Lernenden arbeiten täglich an echten Kundenaufträgen und realen Projekten, sowohl für interne als auch externe Auftraggeber.

Mir wurde deshalb schnell bewusst, dass ich mein Wissen über die eigentliche Ausbildung hinaus erweitern musste. Themen wie Projektmanagement, Supply Chain Management, Betriebswirtschaft, Qualitätsmanagement und Führung waren im Unternehmen schon immer von grosser Bedeutung. Durch meinen damaligen Fokus auf die Ausbildung der Lernenden standen sie für mich jedoch weniger im Vordergrund. Ich wollte diese Zusammenhänge besser verstehen und das nötige Know-how aufbauen, um meine Lehrlingswerkstatt nicht nur pädagogisch, sondern auch unternehmerisch erfolgreich führen zu können.

Mein Ziel war es, die Lehrlingswerkstatt organisatorisch, qualitativ und wirtschaftlich auf ein neues Niveau zu bringen.
 

«Ich fĂĽhre heute klarer, strukturierter und mit einem stärkeren Fokus auf Verantwortung, Eigenständigkeit und kontinuierliche Verbesserung.»

Christian RĂĽegger, Bildungsverantwortlicher bei Franke

Was hat sich seit der Weiterbildung in deinem Arbeitsalltag konkret verändert? 

Ich gehe heute deutlich strukturierter, strategischer und vorausschauender an meine tägliche Arbeit heran. Die Ausbildung orientiert sich noch stärker an den Anforderungen der Industrie, sodass unsere Lernenden bereits während der Lehre möglichst realitätsnah arbeiten.

Auch betriebswirtschaftliche Zusammenhänge sind für mich heute selbstverständlich. Als Kostenstellenverantwortlicher hilft mir dieses Wissen enorm bei Entscheidungen und bei der Planung meiner Abteilung.

Ein weiterer grosser Unterschied zeigt sich im Projektmanagement. Früher wurden Projekte häufig intuitiv geführt. Heute plane und steuere ich sie mit klaren Strukturen, definierten Meilensteinen und nachvollziehbaren Prozessen.

Durch die im Lehrgang vermittelten Methoden konnten wir zudem unsere Prozesse optimieren, die Organisation verbessern und das Auftragsvolumen der Lehrlingswerkstatt deutlich steigern.

Besonders wertvoll ist für mich, dass Franke die persönliche und fachliche Weiterentwicklung aktiv fördert. Die Möglichkeit, kontinuierlich dazuzulernen, von anderen zu lernen und neue Perspektiven einzubringen, schafft die Grundlage dafür, gemeinsam zu wachsen und das eigene Potenzial voll auszuschöpfen.

Wie hat sich dein FĂĽhrungsverhalten durch die Weiterbildung verändert? 

Mein Führungsverhalten ist deutlich praxisorientierter geworden. Mir ist wichtig, dass unsere Lernenden nicht nur Fachwissen erwerben, sondern den Berufsalltag so erleben, wie er sie später in der Industrie erwartet.

Ich führe heute klarer, strukturierter und mit einem stärkeren Fokus auf Verantwortung, Eigenständigkeit und kontinuierliche Verbesserung. Dabei sehe ich meine Aufgabe nicht nur darin, Wissen zu vermitteln, sondern die Lernenden optimal auf ihre zukünftige Berufswelt vorzubereiten.

Wie hat sich dein Blick auf Zusammenarbeit, Verantwortung und deine Rolle als FĂĽhrungskraft verändert? 

Ich hinterfrage heute Abläufe viel bewusster und suche kontinuierlich nach Verbesserungsmöglichkeiten. Dieses Denken versuche ich auch an meine Lernenden weiterzugeben.

Mir ist wichtig, meine Lernenden aktiv einzubeziehen und sie zu Beteiligten zu machen. Sie sollen Prozesse nicht einfach nur ausführen, sondern verstehen, mitgestalten und im Alltag leben. Gemeinsam analysieren wir Abläufe, definieren Verbesserungsmassnahmen und setzen diese nachhaltig um. Dadurch übernehmen die Lernenden früh Verantwortung und entwickeln ein unternehmerisches Denken.

Meine Verantwortung als Führungskraft sehe ich darin, das Potenzial jedes Einzelnen bestmöglich zu fördern. Die Werkzeuge und Methoden aus dem Produktionsleiter Lehrgang helfen mir dabei, dies auf einem deutlich höheren und praxisnahen Niveau umzusetzen.


Wie hat die Weiterbildung deinen Blick auf das Unternehmen als Ganzes verändert, zum Beispiel auf Zusammenhänge zwischen Produktion, Qualität, Kosten, Mitarbeitenden und Kunden? 

Die Weiterbildung hat meinen Blick auf das Unternehmen grundlegend verändert. Heute erkenne ich viel besser, wie eng Produktion, Qualität, Kosten, Mitarbeitende und Kunden miteinander verbunden sind und welchen Einfluss Entscheidungen in einem Bereich auf viele andere Bereiche haben.

Durch das Wissen aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Projektmanagement und Supply Chain Management kann ich heute auch Themen verstehen und beurteilen, mit denen ich früher kaum Berührung hatte. Dadurch kann ich mich bereichsübergreifend einbringen und die Berufsbildung stärker mit den Bedürfnissen des Unternehmens verknüpfen.

Wenn du heute zurĂĽckblickst: Was ist die wichtigste Entwicklung, die du durch die Weiterbildung bei dir selbst wahrnimmst? 

Die grösste Veränderung ist meine Denkweise. Ich betrachte Herausforderungen heute viel analytischer und denke stärker in Zusammenhängen. Statt einzelne Probleme isoliert zu lösen, versuche ich Prozesse ganzheitlich zu verstehen und nachhaltig zu verbessern.

Der Lehrgang hat mir eine gesamtunternehmerische Sicht vermittelt. Dadurch kann ich meine Abteilung gezielt weiterentwickeln und sowohl die Qualität der Ausbildung als auch die produktiven Leistungen unserer Lehrlingswerkstatt kontinuierlich verbessern.

Rückblickend war der Produktionsleiter-Lehrgang für mich weit mehr als eine fachliche Weiterbildung. Er hat meine Arbeitsweise, mein Führungsverständnis und meine Sicht auf Unternehmen nachhaltig geprägt.

Einen wesentlichen Anteil daran hatten für mich auch die Trainer/innen. Ihre langjährige Erfahrung aus der Industrie und der konsequent praxisorientierte Unterricht haben den Lehrgang besonders wertvoll gemacht. Viele Beispiele und Lösungsansätze konnte ich direkt in meinem Berufsalltag umsetzen.
 

Die Weiterbildung Produktionsleiter/in Industrie HFP vermittelt mehr als Fachwissen. Sie unterstützt Führungspersonen dabei, unternehmerische Zusammenhänge zu verstehen, Prozesse ganzheitlich zu betrachten und Verantwortung über den eigenen Bereich hinaus zu übernehmen. Dieses Interview zeigt, wie sich das Gelernte direkt in den Berufsalltag übertragen lässt und welchen Unterschied eine gesamtunternehmerische Perspektive in der Praxis macht.

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Letzte Aktualisierung: 27.07.2026